CMD Ratgeber Leseprobe

CMD – Craniomandibuläre Dysfunktion

Krank nach Zahnbehandlung und wie eine CMD ursächlich geheilt werden kann

Persönliche Erfahrungen, wissenschaftliche Hintergründe und Ratgeber für eine ursächliche Heilung der CMD

Kapitel II

Die CMD ist ein falscher Zusammenbiss

Die Hauptursache von CMD-Erkrankungen sind Schäden im Zusammenbiss, der sogenannten Okklusion. Und konkret: die strukturell-funktionelle CMD ist eine fehlerhafte Position des beweglichen Unterkiefers zum Oberkiefer bzw. Schädel.

Im Biss kommt es auf eine Genauigkeit von ca. 0,02 mm, also ca. 2/100 mm an. Füllungen, Zahnersatz, Stellung und Form der Zähne müssen in dieser Präzision gefertigt sein, damit der Kiefer in seiner anatomisch richtigen Position ist und korrekte Bewegungen ausführen kann.

Fehler bei Füllungen, Zahnersatz, Kieferorthopädie, Kieferchirurgie können dazu führen, dass sich der Kiefer verlagert – nach rechts, nach links, nach hinten, nach vorne, zu niedrig wird oder zu hoch, und dann der Zusammenbiss nicht mehr passt. Der Unterkiefer ist gegenüber dem Oberkiefer verlagert.

Die CMD kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, sodass der Patient keine oder nur geringe Beschwerden hat, bis hin zu Schwersterkrankungen.

Der verlagerte Unterkiefer führt zu Schmerzen und Schäden am Bewegungsapparat 

Ein verlagerte Unterkiefer, also eine fehlerhafte Position des Unterkiefers zum Oberkiefer führt wissenschaftlich erwiesen zu Schmerzen und Schäden am Bewegungsapparat.

Der Unterkiefer, der nicht mehr in richtiger Position zum Oberkiefer steht, wirkt sich auf den gesamten Bewegungsapparat aus. Der Kiefer ist durch Muskeln, Knochen und Nerven mit dem gesamten Körper verbunden. Daher kommt es bei einem nicht korrekt positionierten Unterkiefer zu Störungen vom Schädel über die Halswirbelsäule, die Brustwirbelsäule bis zur Lendenwirbelsäule und dem Becken:

„…Diese Tatsache wiegt  umso schwerer als Funktionsstörungen z.B. im craniomandibulären System (CMS) unter dem Faktor Zeit zu Dysfunktionen  und Schmerzen  im craniozervikalen System (CCS) führen. Wird in diesen  Fällen nicht adäquat behandelt, kann es zu einer Ausbreitung der Dysfunktionen  auf das craniosakrale  System (CSS) als somatisches  Korrelat des Chronifizierungsprozesses kommen“ (Kopp & Plato, 2008, S. 65).

Das bedeutet also, dass Fehler im Zusammenbiss sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken.

Das ist der Grund, warum CMD-Patienten oftmals eine lange Leidenskarriere und Behandler-Odyssee hinter sich und weiterhin vor sich haben, ohne dass eine ursächliche Therapie stattfindet. Die CMD wirkt sich auf den gesamten Körper aus.

CMD macht krank

Ausmaß und körperliche Belastung durch CMD-Erkrankungen variieren. Die Symptome sind unter Umständen kaum bemerkbar. Oder die Schmerzen, die durch eine fehlerhafte Kieferposition verursacht werden, werden auf den Bewegungsapparat oder andere Organe projiziert, sodass der Patient diese Schmerzen möglicherweise gar nicht mit einer CMD in Verbindung bringt. Rückenschmerzen können also ihre Ursache in einem verlagerten Unterkiefer haben.

Autorenprofil

Angelika Pfirrmann ist Unternehmensberaterin in der Medizintechnik- und Dentalindustrie und seit vielen Jahren mit Zahnmedizin befasst. Sie ist Spezialistin für die Vermarktung von zahnmedizinischen Produkten, Medizinprodukteberaterin nach dem Medizinproduktegesetz, Fachübersetzerin für Zahnmedizin und Medizinprodukte. Als ausgebildeter Medical Writer ist sie mit der Auswertung medizinisch-wissenschaftlicher Literatur vertraut. Sie schafft es, komplexe medizinische Zusammenhänge sowohl für Fachleute als für Laien verständlich und auf den Punkt gebracht darzustellen.